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Zu Gast im "Feelgood Management - Podcast by Pia Zumbruch"

Einer der Grundsätze beim Feelgood Management ist es, individuelle Lösungen für das jeweilige Unternehmen und die Mitarbeitenden zu finden. Aber lässt sich das Feelgood Management auch als Standardprozess implementieren? Gibt es Aspekte, die bei den Unternehmen gleich sind? - Darüber und über weitere spannende Themen rund um Feelgood Management habe ich mit der lieben Pia Zumbruch von fuehrungsverhalten.de gesprochen. Hört jetzt in die Podcast Episode rein!

 

Hier geht's zum Podcast:

 

 

Pia und ich kennen uns aus unserer Zusammenarbeit für mein Buch "Prozess und Maßnahmen des Feelgood Managements", in dem Pia einen Beitrag über Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich beigesteuert hat. 

 

In ihrem Podcast tauschen wir uns über spannende Themenbereiche im Feelgood Management aus:

  • Inwiefern unterscheidet sich Feelgood Management von Unternehmen zu Unternehmen?
  • Ist Individualität in der Ausgestaltung von Feelgood Management wirklich der Erfolgsfaktor?
  • Gibt es ein Standardkonzept für Feelgood Management, das alle Unternehmen bei sich anwenden können?

Ich erzähle Pia ein bisschen was zu der Entstehungsgeschichte und den Inhalten meines Buches "Prozess und Maßnahmen des Feelgood Managements", das als Praxisbuch angelehnt an meine Masterarbeit über Kulturwandel am Beispiel von Feelgood Management entstanden ist. Dabei war es mir wichtig, dem noch relativ jungen Berufsbild ein erstes wissenschaftliches Fundament zu geben, weil ich viele Konzepte aus der Arbeits- und Organisationspsychologie als sehr hilfreich dafür empfinde. In der Psychologie werden Themen wie Arbeitszufriedenheit oder kultureller Wandel in Organisationen schon seit Jahrzehnten erforscht und die Erkenntnisse können in der Arbeit als Feelgood Manager:in nur unterstützen. Mein Buch ist mein Beitrag, die wissenschaftlichen Theorien für die konkrete Anwendung im Feelgood Management nutzbar zu machen und aufzubereiten. 

 

Kann Feelgood Management ein Standardkonzept für Unternehmen sein?

In meiner Studie habe ich insgesamt 7 Feelgood Manager:innen - sowohl angestellte als auch selbstständige - befragt und in ihren Antworten spielte sich, dass der Prozess, welche Schritte aufeinander folgen, oft sehr ähnlich ist. Es gibt immer eine erste Phase des Kennenlernens der Menschen und der Kultur im Unternehmen, dann erfolgt eine Analyse der Bedürfnisse und der Themen vor Ort, es wird gemeinsam priorisiert und Maßnahmen entwickelt. Anschließend geht es um die partizipative Umsetzung: Nicht die bzw. der Feelgood Manager:in selbst muss alles umsetzen, sondern die Organisationsmitglieder sollen eingebunden werden. Und dann kann man das wie eine iterative Schleife sehen, dass immer wieder geprüft wird, ob nochmal nachjustiert werden muss, ob andere Maßnahmen gebraucht werden oder was schon gut läuft. Danach geht es um die Nachhaltigkeit und Verstetigung der umgesetzten Maßnahmen, damit diese auch wirklich in die Kultur einfließen. Und dieser Prozess war bei meinen Interviewpartner:innen sehr ähnlich. Das hat mich am Anfang eher überrascht, weil ich dachte, dass es da viele Unterschiede geben könnte. Aber tatsächlich ähneln die Schritte, die die Feelgood Manager:innen eher intuitiv gehen, dann doch sehr stark den beschriebenen Veränderungsmodellen aus der Forschung. Das würde ich also als größte Gemeinsamkeit auch zwischen den Unternehmen sehen, was Feelgood Management angeht. 

 

In welchem Bereich unterscheidet sich das Vorgehen dann von Unternehmen zu Unternehmen?

Was dann stark variiert ist die Ausgestaltung der konkreten Maßnahmen. Das entscheidet sich entlang der Frage: "Was passt eigentlich zu meinem Unternehmen?" Oder: "Was brauchen die Mitarbeitenden wirklich?". Pia erzählt von einem Beispiel, in dem der Geschäftsführende eines Bauunternehmens nur Gutes für seine Mitarbeitenden im Sinn hatte und seinen Leuten einen Zuschuss zum Fitnessstudio bezahlte. Das ist dann völlig nach hinten los gegangen, weil die Mitarbeitenden ohnehin schon den ganzen Tag auf der Baustelle viel körperliche Arbeit leisteten und gar kein Bedürfnis hatten, im Feierabend ins Fitnessstudio zu gehen. Ein ähnliches Beispiel kenne ich auch aus meinen Interviews: In einem Pflegeheim hat die Feelgood Managerin zunächst hospitiert und den Arbeitsalltag der Menschen kennen und spüren gelernt - sodass ihr Fazit ganz klar war: Hier muss ich nicht mit einem Tanzkurs kommen, sondern die Menschen brauchen da etwas ganz anderes. Das ist auch die Quintessenz: Die Maßnahmen selbst variieren stark danach, welche Bedürfnisse die Mitarbeitenden haben und in welchem Kontext sie arbeiten. Im Feelgood Management ist es hilfreich, wenn man aus einem großen Portfolio an Maßnahmen schöpfen kann, sodass man dann für die entsprechenden Bedürfnisse auch eine gute Antwort findet.

Manchmal kann es sein, dass ganz simple Lösungen das sind, was die Mitarbeitenden brauchen und wollen, wie zum Beispiel der verrufene Obstkorb... Aber meine Erfahrung ist, dass es sich meistens um Themen dreht, die tiefer gehen, wie das Miteinander, Wertschätzung und immer wieder gute Kommunikation. Und da kann das Feelgood Management gut ansetzen und ist gleichzeitig auch ein starkes Zeichen der Geschäftsführung für Wertschätzung im Unternehmen.

 

Mein Tipp für Feelgood Manager:innen:

Meiner Erfahrung nach, geht es im Feelgood Management immer wieder darum, sich empathisch in die Kultur einzufühlen, bei den Menschen zu sein und gut hinzuhören. Feelgood Manager:innen sind auch oft sehr kreative Menschen mit vielen Ideen, und gleichzeitig geht es nicht darum, sich eine tolle Maßnahme zu überlegen, sondern hinhören, was die Menschen brauchen, damit sie sich wohlfühlen und damit es ihnen in der Arbeit gut geht. 

  

Inspirationsfragen zum Weiterdenken:

  • In welcher Phase des Feelgood Prozesses befindet ihr euch in eurem Team oder Unternehmen?
  • Was brauchen deine Leute, um wirklich gut und glücklich arbeiten zu können?
  • Was könnte eine passende Feelgood Maßnahme in eurem Bereich sein?
  • Welche Ideen hast du, um die Partizipation in der Umsetzung von Maßnahmen zu erhöhen?

 

Hier geht's zu Pias Homepage fuehrungsverhalten.de

Hier geht's zur Ausbildung zur bzw. zum Feelgood Manager:in von Pia Zumbruch und Sabrina ten Brink

Tags: Kulturwandel, Feelgoodmanagement, Unternehmenskultur, Feelgood@work, Change

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