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Der Change im Change

Vom 23.-25. März 2021 fand das Big & Growing New Work Festival im digitalen Hamburger Raum statt. Ich durfte als Speakerin eine interaktive Session unter dem Titel „Der Change im Change – aktuelle Trends in der Organisationsentwicklung“ beitragen: Ein Impulsbeitrag zu wesentlichen Veränderungen in der Organisationsentwicklung in jüngster Zeit.

Als systemische Organisationsberaterin empfinde ich besonders das letzte Jahr als eine intensive Zeit des Wandels und erlebe die Themen, die Mitarbeitende, Führungskräfte, Teams und ganze Unternehmen zur Zeit bewegen, hautnah. In meiner Impulssession haben wir eine Trendmap über die größten Veränderungsthemen, die uns in der Arbeitswelt derzeit vermehrt begegnen, erarbeitet und einen offenen Diskurs darüber geführt, wie wir als Begleiter:innen in der Veränderung unterstützten können, diesen Trends zu begegnen.

Gerade für die Organisationsentwicklung ist das eine spannende Zeit: Wir OE-ler begleiten Organisationen, Menschen in Veränderungsprozessen – und nie war das so gefragt wie jetzt. Vor Corona konnte man schon das Gefühl haben, die allgegenwärtigen Buzzwords von New Work, Agilität, Digitalisierung wurden überwiegend als „Zukunftsmusik“ verstanden. Etwas, was morgen mal wichtig wird. Durch Corona sind wir aber alle plötzlich mitten reingeworfen worden; es werden Themen angestoßen, die vorher einfach nicht relevant genug waren; eine großartige Chance für New Work. Aber auch eine riesige Herausforderung, einen balancierten Umgang damit zu finden.

Für unsere Arbeit als Organisationsentwicker:innen haben sich einige wesentliche Punkte verändert. Wir erleben, dass sich durch die Krise die Art der Kundenstruktur stark verändert und OE immer mehr zur Pflichtveranstaltung wird als zur Kür. Darunter leidet mitunter die Freiwilligkeit der Teilnehmenden und es findet eine Verschiebung von „Ich MÖCHTE mich entwickeln“ hin zum „Ich MUSS mich entwickeln“ statt. Viele Führungskräfte stehen außerdem vor der Herausforderung, tiefgreifende Transformation ihres Teams oder der ganzen Organisation zusätzlich zu den anspruchsvollen Führungsaufgaben nebenbei zu erledigen. Wenn wir über Transformation sprechen, über Kulturwandel, dann sprechen wir ja von Haltungsarbeit mit den Menschen, über deren Werte, deren Sinnerfüllung in der Arbeit. Da stellt sich die Frage, ob es angebracht oder überhaupt machbar ist, von den Menschen zu erwarten, sich Inside Out zu ändern, ohne dabei auch die Strukturen, Machtverhältnisse, Freiräume und die generellen Arbeitsbedingungen anzupassen.

Ich verstehe unsere Rolle in der Organisationsentwicklung als Begleiter:innen in einer wirklich unsicheren Überfahrt. Und darin zeigen sich auch gewisse Trends, die sich gerade ändern:

Trend 1 - Von Vision zu Resilienz:

In einer Situation, in der eigentlich niemand Planungssicherheit hat, sind die Menschen unsicher. Was wir in unserer Arbeit derzeit erleben, ist, dass ein vorher sehr zentrales Element, die Visionsarbeit, eher an Gefragtheit abnimmt, während Resilienz als Maxime wieder eine Renaissance erlebt. Unser Leitgedanke in der Krise lautet „auf Sicht fahren“. In dieser Situation ist es sehr viel naheliegender, in verständlichen, kleinen Intervallen zu denken und eher die nächsten 3 Monate zu planen, als eine 10-Jahres-Vision anzugehen. Von „Wir brauchen ein attraktives Motiv, auf das wir gemeinsam hinarbeiten“ geht es eher zu „Wir müssen widerstandsfähig in Krisen sein“.

Darin finden sich auch noch einmal zwei verschiedene Lager: Zum einen gibt es die „Zurückdreher:innen“ auf das Zurück-Normal und zum anderen diejenigen, die sich neu aufstellen wollen für die nächste Herausforderung. In diesem Spannungsfeld gehen die Richtungsimpulse auseinander: Will ich einfach die Krise abwarten, bis ich endlich weiter machen kann, wie gewohnt, oder stelle ich mir jetzt die richtigen Fragen für die Zukunft?

Trend 2: Umgang mit Emotionen und Unsicherheit:

Insbesondere Führungskräfte stehen plötzlich vor ganz anderen Fragen in Bezug auf sich selbst und ihre Teams: Wie gehe ich mit Emotionen um – mit meinen persönlichen und denen anderer? Wie halte ich Trauer, Verlust, Angst? Soll ich mich und meine eigene Unsicherheit authentisch zeigen? Und wie verbinde ich mein Team im virtuellen Raum?

Solche und weitere Fragen haben wir im Rahmen des Big & Growing Festivals anschließend in kleinen Gesprächsrunden diskutiert und entlang einiger Reflexionsfragen eine Trendmap über die größten Veränderungsthemen erarbeitet.  

Herzliche Grüße

Vera

 

Inspirationsfragen zum Weiterdenken - In Bezug auf die Entwicklung von Organisationen:

  • Was hat sich verbessert, was geht jetzt leichter, schneller?
  • Was ist jetzt eher schwierig, wo liegen die Herausforderungen?
  • Welche neuen Themen begegnen dir jetzt immer wieder?
  • Wie kannst du darin unterstützend wirksam werden?

 

Weitere Informationen zu meiner Arbeit als Systemische Beraterin unter https://www.ios-schley.de/ 

Hier geht’s zum Big & Growing New Work Festival

 

Tags: New Work , Corona, Organisationsentwicklung, Trends, Transformation

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