Der Blog über Kreativität,   
Sinnerfüllung und New Work   

 

 

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Die Welt verändert sich in einer Dynamik der Gegensätze: Veränderungen vollziehen sich in rasantem Tempo und bringen uns gleichzeitig dazu, auf Pause zu drücken: Durchatmen, Systemreset, Neuorientierung. Das notwendig gewordene Social Distancing eröffnet neue Möglichkeiten, gerade jetzt Kontakt herzustellen oder wieder aufzubauen. Es ist eine Zeit der Reflexion und Besinnung auf das Wesentliche: Welche Learnings nehmen wir mit aus der Krise und welche Kompetenzen müssen wir entwickeln, um in eine gute Zukunft aufzubrechen?

Transformation bedeutet, dass sich etwas in unserem Innern, an unserer inneren Haltung verändert. Ein neuer Gedanke nimmt Form an und verändert unser Erleben und Verhalten. Dies ist der Beginn der Zukunft, so entsteht das Neue aus dem, was gerade noch ist. Die Corona-Krise kann uns dazu bringen, über unser Leben noch einmal aus einer ganz neuen Perspektive nachzudenken. Aus der Perspektive des Homeoffice, der Entschleunigung und der Relativierung unserer alltäglichen Herausforderungen. Was in der Welt geschieht ist für uns neu und zunächst unbequem und ungewohnt. Tiefgreifende Veränderungen bringen Ängste und Sorgen mit sich, Verunsicherung vor dem Ungreifbaren, das die Zukunft uns bringen wird. Doch die Form, die unsere Zukunft annimmt, bildet sich gerade im Hier und Jetzt: In unseren Gedanken, unserer Haltung und unseren Ideen, mit der Gegenwart umzugehen.

Unsere größte Zukunftskompetenz ist es laut Zukunftsforscher Matthias Horx, in der Lage zu sein, auf Herausforderungen Antworten zu finden. Ich habe mir die Frage gestellt, was ich für mich und meine Zukunft aus der Krise lernen will und welche Mechanismen ich an mir selbst festgestellt habe, nachdem sich die anfängliche Unsicherheit und Unruhe gelegt hat und das Lernen beginnen kann.

Flexibel bleiben:

In diesen Zeiten der Unsicherheit sollten wir es uns erlauben, Entscheidungen mehr im Hier und Jetzt zu treffen, sie gegebenenfalls zurückzunehmen oder entsprechend der aktuellen Entwicklung anzupassen. Wir müssen uns bewusst machen, dass Entscheidungen nicht unumstößlich sind und dass es okay ist, eine für den Moment gute Entscheidung zu treffen. Ebenso kann es sein, dass sich die Dinge dennoch in eine andere Richtung entwickeln und wir unsere Handlungsweisen nochmal nachjustieren müssen, um auf Kurs zu bleiben. Was bei der Entscheidungsfindung hilft, ist das Überschauen der Möglichkeiten und das Hinterfragen der Bedürfnisse, die mit in die Entscheidung hinein spielen.

Aktiv werden:

Ins Handeln kommen und aktiv loszulegen holt uns aus der Angststarre heraus. Aktionismus ist in diesem Fall freigesetzte Energie, die uns Auftrieb gibt und ein Gefühl der eigenen Wirksamkeit. So können wir aktiv mitgestalten, sind nicht mehr im freien Fall und den Veränderungen wehrlos ausgesetzt. Im Gegenteil, wir packen die Lage beim Schopf und initiieren unsere kleine Zukunft der nächsten Tage, Woche und Monate selbst. Aktiv werden versetzt uns in einen Handlungs- und Reaktionsmodus, den wir für uns nutzen können und sollten.

Visualisieren:

Die Vorstellung des Schönen in der Zukunft kann uns auf zweierlei Arten helfen: Positives Denken gibt uns erstens Hoffnung und Auftrieb, um nicht in einer Negativspirale furchtbarer Horrorszenarien abzutauchen, sondern sich auszumalen, was die Zukunft Gutes bereithält. Zum anderen hilft uns eine solche Visualisierung auch dabei, zu erkennen, was uns wirklich wichtig ist im Leben und worauf wir auch nach der Krise mehr Wert legen sollten. Die Technik des Visualisierens schafft Klarheit und gibt eine klare Entwicklungsrichtung an: Wer das Ziel kennt, kann auch den Weg bestimmen. 

Sich neuen Perspektiven öffnen:

Vieles ist nicht mehr so wie vorher und auf vieles muss man sich neu einstellen. Es werden neue Formen der Zusammenarbeit erprobt, die Gesellschaft rückt im Supermarkt voneinander ab und im Digitalen enger zusammen. Menschen lernen in Videokonferenzen, sich zu Fokussieren und einander ausreden zu lassen. Nachbarn versorgen einander mit Einkäufen und das Spazieren im Grünen allein oder mit den Nächsten wird wieder Mode. Diesen Moment der Veränderung können wir nutzen, um den scheinbar unantastbaren Status Quo unserer Lebensrealität neu zu definieren. Im Alltagsstrudel sind wir oft in unseren Gewohnheiten, Abläufen und Problemen gefangen und haben gar keine Zeit, mal über den Tellerrand hinaus zu schauen. Diese Zeit ist jetzt da und kann dafür genutzt werden, sich den Schritten der Veränderung raus aus dem begrenzten Denken zu öffnen.

In sich hinein spüren:

In einer Lebensrealität, in der allgemeine Unsicherheit herrscht und niemand genau sagen kann, was kommen wird, ist es umso wichtiger, eine gute Verbindung zu unserer eigenen Mitte zu haben. Wenn der Lärm draußen leiser wird, können wir wieder wahrnehmen, was in uns drin vor sich geht. Wir können in uns hinein spüren und miterleben, wie sich neue Gedanken zu einem Plan formen. Wir können wahrnehmen, wie wir auf die neuesten Entwicklungen reagieren und wie sich langsam Entscheidungen formen, weil wir uns gewahr werden, dass Dinge nun "an der Zeit" sind. Um diese intensive Form des eigenen Kennenlernens zu unterstützen kann es helfen, innere Vorgänge zu benennen und die Empfindungen in Worte zu fassen: "Ich merke, dass ich unruhig werde" oder "Ich brauche jetzt ...".

Produktiv sein und unproduktiv sein:

Wie eingangs gesagt empfinde ich die Corona Krise als Dynamik der Gegensätze und so möchte ich diese beiden Punkte hier gleichermaßen beleuchten. Wo durch Homeoffice und Kurzarbeit plötzlich mehr Zeit zur Verfügung steht, kann ganz neue Energie in die eigenen Projekte fließen. Genau das ist die Zeit, endlich das eigene Buch zu schreiben, ein Instrument oder eine Sprache zu lernen oder das eigene Onlinebusiness zu gründen. Genauso ist es aber auch die Zeit, die Ruhe zu genießen und sich eine Pause zu gönnen. Wenn die Welt stillsteht, hört das Hinterherrennen und Vorauseilen auf und die Ruhepause darf angenommen werden, um neue Kraft zu tanken und sich zu erden.

 

Was du selbst aus dieser Krise für dich persönlich und auch deine Arbeitswelt mitnehmen und für dich lernen kannst, könnte sich in dem ein oder anderen Punkt in diesem Artikel wiederspiegeln. Für mich hat sich am wichtigsten herauskristallisiert, wieder intensiver hin zu spüren, mich auf die Situation einzulassen wie sie eben kommt und ein Gefühl hoher Selbstwirksamkeit zu entwickeln, um gut mit den Herausforderungen umzugehen, die sich mir gerade in der Krise stellen. Damit du dich noch weiter damit auseinander setzen kannst, wie deine persönlichen Zukunftskompetenzen aussehen und was deine eigenen Learnings aus der Krise sind, habe ich dir unten noch einige Reflexionsfragen aufgeschrieben.

Viel Spaß beim Sinnieren und bis zum nächsten Mal, 

deine Vera!

 

Inspirationsfragen zum Weiterdenken:

  • Was ist dir wirklich wichtig? Auf welche Dinge konzentrierst du dich in dieser Zeit besonders? Was macht dir Spaß und woran hast du Freude entdeckt?
  • Worauf stützt du dich in der Krise? Was sind deine Standfesten im Leben, auf die du dich verlassen kannst?
  • Was kannst du plötzlich genießen, was nicht Teil deines Lebens "vor Corona" war? Was willst du dir aus der Krise bewahren?
  • Was tut dir nicht gut und was willst du in den nächsten Monaten und Jahren verändern?
  • Was hast du in dieser Zeit über dich selbst gelernt? Wie reagierst du auf Herausforderungen und was hat dir dabei geholfen?

 

 

Tags: Kompetenz, Lernen, Krise, Corona, Zukunft

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