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Feelgood Management

feelgood@work ist ein Thema, welches mich sehr beschäftigt – sowohl im beruflichen als auch privat. Es gibt verschiedene Ansätze in der Arbeitswelt, das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern. Einer davon ist das Feelgood Management, welches es sich zur Aufgabe macht, eine wertschätzende Kultur des Miteinanders in Unternehmen zu fördern. Dabei geht es um Ganzheitlichkeit und den Grundgedanken, dass sich das Potenzial eines Menschen nur dann voll entfalten kann, wenn optimale Rahmenbedingungen herrschen und die individuellen Fähigkeiten vom Unternehmen gefördert werden. 

Feelgood Management stellt die Menschen einer Organisation und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt und umfasst sämtliche Maßnahmen, das Wohlergeben und Arbeitsglück der Mitarbeitenden und damit auch ihre Arbeitsleistung und ihren Arbeitserfolg zu erhöhen. Um die Bedingungen dafür zu erschaffen, dass Menschen sich an ihrem Arbeitsplatz wirklich wohl fühlen und ihr Arbeitspotenzial voll entfalten können, wirkt das Feelgood Management darauf hin, mehr Wertorientierung und Wertschätzung ins gemeinsame Miteinander – also die Unternehmenskultur – zu bringen.


Hintergrund der Entwicklung von Feelgood Management:

Feelgood Management ist ein relativ junger Berufszweig und als Begriff eine deutsche Erfindung, welche sich 2011 durchgesetzt hat. Ursprünglich entstammt die Grundphilosophie des Feelgood Managements dem Bemühen einiger Start-Ups, ihre mitarbeiterorientierte Gemeinschaftskultur aus der Gründungs- in die Wachstumsphase zu transferieren: Wertschätzung, Miteinander und Kommunikation auf Augenhöhe! Den Stellenwert einer "guten" Unternehmenskultur macht eine Trenduntersuchung von Deloitte 2016 deutlich, die zeigte, dass 82 % der der befragten Manager*innen Unternehmenskultur als wichtigen Wettbewerbsfaktor einstuften, während gleichzeitig nur 28 % von ihnen angaben, die eigene Unternehmenskultur zu verstehen, und nur 19 % glaubten, ihre Kultur sei „richtig“1. Diese deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit legt die Frage nahe, was unternommen werden kann, um diesen Unsicherheiten zu begegnen und Unternehmenskultur systematisch zu gestalten.


Selbstverständnis von Feelgood Management:

Eine Antwort darauf möchte das Feelgood Management leisten, in dem es die Menschen in einem Unternehmen und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt rückt und partizipativ Maßnahmen entwickelt, um das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu verbessern. Dabei wird der bunte Begriff des "Feelgoods" oft zu oberflächlich verstanden und auf seichte Bespaßungselemente wie den obligatorischen Tischkicker oder den Obstkorb reduziert. Tatsächlich geht es im Feelgood Management aber darum, mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und über die wirklich wichtigen Themen zu reden: Was bewegt die Mitarbeitenden? Was ist ihnen wichtig und was brauchen sie, um einen wirklich guten Job machen zu können? 

Häufig sind dabei die wichtigsten Stellschrauben die Themen Kommunikation und Wertschätzung. Feelgood Manager*innen hören hin, sehen die Abläufe und Kommunikationswege, fühlen sich in die Kultur des Unternehmens rein (oder sind Teil dessen), erfragen und erspüren die Bedürfnisse und überlegen gemeinsam mit dem Team und den Führungskräften, welche Schritte unternommen werden müssen, um den Arbeitsalltag ein Stück weit einfacher, schöner und auch produktiver zu gestalten. Sie sind so gesehen die Hüter*innen der Unternehmenskultur und wirken mit ihrem Tun darauf ein, die Werte, für die das Unternehmen stehen will, gelebte Realität werden zu lassen. Einer der wichtigsten Punkte dabei ist die Partizipation der Unternehmensmitglieder. Feelgood Management gießt nicht von oben segnende Maßnahmen herab, sondern entwickelt gemeinsam mit den tatsächlich Betroffenen Ideen und Implementierungsschritte zur Verbesserung des Miteinanders. Die bzw. der Feelgood Manager*in unterstütz die Mitarbeitenden in der Umsetzung oder leitet dazu notwendige Prozesse in die Wege - letztendlich sind es aber alle Unternehmensmitglieder, die für die Gestaltung der Unternehmenskultur verantwortlich sind, weil sie ein Teil davon sind. 


Mein persönlicher Bezug zum Thema Feelgood Management: 

Ich beschäftige mich seit fast zwei Jahren intensiv mit dem Thema Feelgood Management, habe darüber meine Masterarbeit geschrieben und verpacke die Erkenntnisse über die Vorgehensweise und die Prinzipien im Feelgood Management gerade in meinem neuen Buch, dass nun in der letzten heißen Phase von Lektorat und Finalisierung ist. In meinem Buch verknüpfe ich erstmalig wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Arbeits- und Organisationspsychologie mit der praktischen Anwendung von Feelgood Management in Unternehmen. Das Herzstück meines Buchs bildet ein Prozessmodell mit vielen Feelgood Maßnahmen, das Schritt für Schritt zeigt, wie Feelgood Management im Unternehmen etabliert werden kann. Das Buch - das im Sommer 2020 erscheint - richtet sich an alle Kulturgestalter*innen, die Orientierung und Inspiration suchen, um Arbeitsatmosphären zu schaffen, in denen Menschen ihr Potenzial voll entfalten, sich rundum wohlfühlen und dadurch wirklich gute Arbeit leisten können.

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte dir einen ersten Einblick in die spannende Welt des Feelgood Managements geben und eine Inspiration für dich sein, dich weiter mit dem Thema Wertschätzung und Wohlbefinden in der Arbeitswelt auseinanderzusetzen!

Herzliche Grüße,
deine Vera!

 

Inspirationsfragen zum Weiterdenken:

  • Welche Aspekte inspirieren dich am Ansatz des Feelgood Managements?
  • Wenn du an Wertschätzung und Wohlbefinden in der Arbeit denkst - welche Gedanken kommen dir dazu?
  • Was könntest du für dich und andere verändern, um ein bisschen mehr Feelgood in euer Miteinander zu bringen?
  • Wenn du mal bewusst über die Kultur in deinem Unternehmen nachdenkst, wodurch ist sie gekennzeichnet und was davon wäre es wirklich wert, gemeinsam verändert zu werden?
  • Welche Rahmenbedingungen schätzt du wirklich an deiner Arbeit? 

 

(1) Deloitte. (2016). Global Human Capital Trends 2016. https://www2.deloitte.com/content/dam/Deloitte/global/Documents/HumanCapital/gx-dup-global-human-capital-trends-2016.pdf 

Tags: New Work , Kulturwandel, Feelgoodmanagement, Unternehmenskultur, Wertschätzung, Wohlbefinden, Feelgood@work

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